Kunsthalle Rostock – Inge & Jo – Das Künstlerpaar Jastram

Kunsthalle Rostock
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Um die Kunst von Joachim Jastram zu sehen muss man nicht zwangsläufig in ein Museum gehen, schließlich befinden sich nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche seiner Plastiken auf öffentlichen Plätzen. Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist zweifelsfrei der sich auf dem Universitätsplatz befindliche Brunnen der Lebensfreude, den er zusammen mit dem Bildhauer Reinhard Dietrich gestaltete. Seit mehreren Jahrzehnten ist dieser eines der beliebtesten Fotomotive der Rostocker Altstadt. Auch die Große afrikanische Reise im Stadthafen, der Fischerbrunnen in Greifswald oder Der Zirkus kommt im Hafen von Ribnitz-Damgarten sind prominente Beispiele des im Januar 2011 verstorbenen Künstlers, der zusammen mit seiner Frau Inge eines der bekanntesten Künstlerpaare des Landes bildete, welches sich in ihren Arbeiten gegenseitig befruchtete. Das künstlerische Schaffen von Bildhauer Jo Jastram und Grafikerin Inge Jastram bildet für die Kunsthalle Rostock eine Einheit, welche sie in der aktuellen Sonderausstellung Inge & Jo – Das Künstlerpaar Jastram in einem künstlerischen Dialog präsentieren wird.

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Schon in jungen Jahren machte sich bei Jo Jastram sein künstlerisches Talent bemerkbar, was ihn bewog eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren. Dem Besuch der Fachhochschule für Holzbildhauerei in Empfertshausen/Rhön schloss sich ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden an, welches er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee fortsetzte. Mit Walter Arnold und Heinrich Drake hatte er während seiner Ausbildung prominente Lehrer, die seine künstlerische Handschrift prägten. Nach deren erfolgreichen Abschluss kehrte er in seine Heimatstadt Rostock zurück, wo er als freischaffender Bildhauer tätig wurde. Den künstlerischen Nachwuchs sollte er auch prägen, im Jahre 1964 erhielt er am Institut für Kunsterziehung der in Greifswald befindlichen Ernst-Moritz-Arndt-Universität einen Lehrauftrag für plastisches Gestalten. Mit den Kunstpreis, den er 1972 erhielt und den im Folgejahr verliehenen Nationalpreis der DDR war er auch offiziell als einer der wichtigsten Künstler des Landes anerkannt.

An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee dürfte Jo Jastram seine spätere Frau Inge kennengelernt haben, welche hier in den Jahren von 1952 bis 1957 bei Arno Mohr und Werner Klemke studierte. Im Jahre 1958 sollte nicht nur ihre Hochzeit sein, sondern auch die Geburt ihres Sohnes Jan, der wie sein Vater Bildhauer wurde. Auch Tochter Susanne und Sohn Michael sollten dieselbe Leidenschaft zu ihrem Beruf machen, einzig Sohn Matthias Jastram sollte etwas aus der Reihe fallen und Designer werden. Während Jo Jastram eher Plastiken schuf, war das Metier von Inge Jastram eher die Gestaltung von Büchern für die sie zahlreiche Illustrationen schuf, wobei der Eulenspiegel-Verlag und der Hinstorff-Verlag ihre besten Kunden werden sollten. Ein Bauernhof in Kneese in der Nähe der Kleinstadt Marlow sollte ab 1973 ihr gemeinsames Domizil und Ort der Kreativität werden. In dieser ländlichen Abgeschiedenheit entstanden die meisten der etwa sechzig Grafiken, die zusammen mit gut vierzig Skulpturen ihres Mannes zu sehen sind.

Termin
15. September bis 3. November 2013
Dienstag bis Sonntag
11:00 – 18:00 Uhr
Kunsthalle Rostock