Volkstheater Rostock – Drei Mal Leben

Der Gott des Gemetzels dürfte wohl das bekannteste Bühnenstück der französischen Bühnenautorin Yasmina Reza sein, denn neben zahlreichen Inszenierungen an deutschen Theatern, brachte der Verfilmung durch den berühmten Regisseur Roman Polanski dem Film einen César ein, als wichtigster französischen Filmpreis ein untrügliches Zeichen für Qualität. Neben Der Gott des Gemetzels gibt es weitere Bühnenstücke wie Kunst oder Drei Mal Leben, die ihr den Ruf als derzeitig bedeutendste zeitgenössige Dramatikerin einbrachten, denn schließlich gehören ihre Werke zu den am weltweit meisten inszenierten Bühnenstücken. Ab dem 7. Dezember gesellt sich auch das Volkstheater Rostock in die Reihe der Theater, die ihre Komödie Drei Mal Leben aufführen.

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Drei Mal Leben, der deutsche Titel ist vieleicht nicht ganz so aussagekräftig wie der Französische Originaltitel, der mit Trois versions de la vie mehr auf drei Versionen als auf drei Leben hinweist. In gewisser Weise ist das Stück eine Art von Was wäre wenn? , denn je nachdem welche Dinge im Leben eintreffen verändert es sich in eine andere Richtung, die positiv oder negativ sein könnte. Und dieses beleuchtet Yasmina Rezas Drei Mal Leben, denn der Anfang der drei Szenen ist jeweils gleich, nur die Handlung und das daraus resultierende Ergebnis fallen jeweils anders aus. Im Zentrum der Geschichte steht ein Ehepaar, dem relativ erfolglosen Astronphysiker Henri (Stephan Fiedler) und seiner als Rechtsanwältin praktizierenden Frau Sonja (Franziska Reincke). Zu einem Abendessen erwarten die beiden das befreundete Ehepaar Hubert (Jakob Kraze) und Ines Finidori (Sonja Dengler), die aber leider einen Tag zu früh auf der Matte stehen.

Mit diesem Besuch haben sie nicht gerechnet, es ist nichts vorbereitet, es bleibt ihnen nichts anderes übrig mit den wenigen Dingen, die im Haushalt noch vorrätig sind, zumindest Alkohol ist ausreichend vorhanden, ihre Gäste zu bewirten. Während die beidem vor dem Klingeln an der Haustür noch über die Erziehung ihres Kindes gestritten haben, erweist sich das Chaos bei der Gästebewirtung, auch das in dieser Situation nervende Kind fordert seine Aufmerksamkeit, als Auslöser sich vor den Gästen gegenseitig herunterzumachen. Die nebenbei erwähnte Information von Hubert Finidori, im Gegensatz zu Henry ist er ein anerkannter Fachmann in Astronphysik, welche die mehrjährige Forschungsarbeit von Henri wertlos machen würde, ist der Punkt an dem sich die Handlung der Geschichte in verschiedene Richtungen entwickelt. In den drei verschiedenen Fassungen treten die verschiedensten Gefühle der Protagonisten hervor, sei es die Angst vor dem Versagen, gekränkte Eitelkeiten, die Sucht nach Anerkennung oder der Neid auf die Erfolge des Anderen, aber immer mit einem gut pointierten schwarze Humor.

Premiere
07. Dezember 2012
20:00 Uhr Theater im Stadthafen