Kulturhistorisches Museum – Doctrina multiplex veritas una – Studieren im Mittelalter

Kulturhistorisches Museum Rostock
Kulturhistorisches Museum Rostock

Es gibt viele Lehren, aber nur eine Wahrheit bedeutet das Motto der Universität Rostock, deren Existenz den besten Beweis liefert, dass das Land Mecklenburg nicht immer so rückständig war, wie des Öfteren in der Geschichte behauptet wurde. Durch ihre frühe Gründung im Jahre 1419 ist die Rostocker Universität die drittälteste Universität in Deutschland, Zeit genug, dass sich ausreichend Material ansammeln konnte, mit dem das Kulturhistorische Museum der Hansestadt Rostock eine neue Sonderausstellung gestaltete. Doctrina multiplex veritas una – Studieren im Mittelalter beschäftigt sich mit dem Leben der Studenten, die während des Mittelalters in Rostock studiert haben.

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All zuwenige waren es nicht, denn mit einer Anzahl von bis zu fünfhundert Studenten zählte die Rostocker Hochschule zu den größeren Einrichtungen im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die vom Rat der Hansestadt Rostock und den beiden mecklenburgischen Herzögen Albrecht V. und Johann IV. ins Leben gerufene Universität ist durch eine gezwungenermaßen unfreiwilligen Umzug in die Hansestadt Greifswald für die Gründung einer weiteren Universität mit verantwortlich, denn dort übernahm Heinrich Rubenow die Initiative für die Gründung der Greifswalder Universität, die im Jahre 1456 Wirklichkeit wurde. So kommt es dass sich in Mecklenburg-Vorpommern, nach den beiden Universitäten in Heidelberg und Leipzig, in Rostock und Greifswald die ältesten Universitäten Deutschlands befinden.

In der damaligen Zeit gab es noch keine großen Universitätsgebäude oder Studentenwohnheime, geprägt haben die anwesenden Studenten die Stadt und das Straßenbild aber trotzdem. Während heutzutage fünfhundert Studenten, Studentinnen gab es während des Mittelalters nicht, in der Menschenmenge untergehen würden, war die damalige Anzahl der Studenten im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung in etwa vergleichbar. Nicht mehr vergleichbar sind die Bedingungen des Studiums, die sich drastisch verändert haben. Das Leben der damaligen und heutigen Studentenschaft hat aber trotzdem einige Parallelen aufzuweisen, denn wie auch heutzutage mögen es die angehenden Akademiker anständig zu Feiern. Die Geschichte der Universität Rostock und ihrer Angehörigen ist mit der Geschichte der Hansestadt Rostock verwoben, zwar nicht so dominant wie im benachbarten Greifswald, die Lehreinrichtung prägte aber das Leben in der Stadt nachhaltig. Allein ein Blick auf die großen Universitätsgebäude reicht aus, um den Unterschied zur mittelalterlichen Realität zu erkennen.

Damals wohnten die Studenten zum Teil auch als Untermieter in den Professorenhäusern, in denen sich auch die Räumlichkeiten befanden, in denen die Professoren ihre Vorlesungen hielten. Auch der Lehrplan sah zur damaligen Zeit deutlich anders aus, einen Einblick in diesen bekommt man bei einem Vorlesungsverzeichnis aus dem Jahre 1520, welches in der Ausstellung präsentiert wird. Neben diesem kann man auch einige mittelalterliche Bücher sehen, über deren Inhalte einst die Rostocker Professoren ihren Studenten Vorlesungen hielten. In der neuen Sonderausstellung Doctrina multiplex veritas una – Studieren im Mittelalter beleuchten das Museum alle Seiten des damaligen Studentenlebens, angefangen von den Lebensbedingungen, über die Studienbedingungen bis hin zu universitären Besonderheiten. Einen etwas tieferen Einblick kann man am Donnerstag den 11. Oktober bekommen, wenn vor einer Führung durch die Ausstellung, Frau Dr. Angela Hartwig vom Universitätsarchiv einen Vortrag über die damalige Zeit halten wird. Die Sonderausstellung kann man noch bis zum 11. November während der üblichen Öffnungszeiten des Museums besichtigen, das von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist.

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Termin

noch bis zum 11. November 2012