Tag des offenen Denkmals 2012

Krahnstöver Rostock
Krahnstöver Rostock

Da sich der Tag des offenen Denkmals diesem Jahr mit dem Thema Holz beschäftigt, stehen auch in der Hansestadt Rostock Bauwerke im Fokus der Veranstaltung, welche bauhistorisch wertvolle Holzkonstruktionen vorzuweisen haben. Das bekannteste Haus in Rostock, welches seine Konstruktion im Namen trägt, ist das sogenannte Hausbaumhaus in der Wokrenter Straße 40. Dieses etwa Ende des 15. Jahrhunderts errichtete ehemalige Kaufmannshaus ist eines der wenigen noch erhaltenen Exemplare seiner Bauart, denn nur noch die wenigsten gotischen Giebelhäuser aus der Hansezeit besitzen überhaupt noch ihren ursprünglichen Hausbaum. Das zu den am bauhistorisch wertvollsten Exemplaren der mittelalterlichen Bürgerhäuser in Mecklenburg-Vorpommern zählende Gebäude kann in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden. Je nach Bedarf werden an diesem Tag auch Führungen durch das Haus angeboten.

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Ein weiteres Beispiel für den Bau mit Holz ist der Hornsche Hof, der derzeitig saniert wird. Von außen kann man das Fachwerk gut erkennen, aus dem das lange Zeit als Speicher genutzte Gebäude besteht. Da nach der Sanierung des Hornschen Hofes Wohnungen zu finden sein werden, sollte man die seltene Gelegenheit nutzen, sich mit der Bausubstanz des Hauses vertraut zu machen. Mit dem Krahnstöver steht an diesem Tag auch das zu den ältesten Gebäuden der Hansestadt Rostocks zählende Bürgerhaus den Besuchern offen. Während man das Haus sonst nur als Gast des im Erdgeschoss befindlichen Restaurants, oder als Gast des Hotels in den Räumen nächtigt, wird man am Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit haben, sich die hölzerne Konstruktion des gotischen Giebelhauses anzuschauen.

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Auch das Kuhtor dürfte zu den Bauwerken zählen, zu welchen man für gewöhnlich keinen Zutritt hat. Im ehemaligen Stadttor, in dem heutzutage die Meditationsstelle von Rostock beheimatet ist, kann man an diesem Tag neben der Besichtigung einer Ausstellung, auch an Führungen teilnehmen, welche nach Bedarf durchgeführt werden. Mit dem Kröpeliner Tor ist an diesem Tag ein zweites Stadttor offen, welches im Gegensatz zum Kuhtor aber auch sonst besichtigt werden kann, da sich hier seit einigen Jahren eine Ausstellung über die Geschichte der Rostocker Stadtbefestigung befindet. Da sich die von der Geschichtswerkstatt Rostock e.V. gestaltete Ausstellung auch mit den Bauwerken und deren bauliche Ausführung beschäftigt, wird man hier auch einiges über die Verwendung von Holz als Baumaterial während der Zeit des Mittelalters erfahren können.

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Natürlich wurde auch viel Holz bei der Errichtung der Backsteinkirchen verwendet, dementsprechend kann man am Tag des offenen Denkmals auch die Marienkirche und das Kloster zum Heiligen Kreuz besichtigen. Während in der Marienkirche die aus Holz gefertigte Inneneinrichtung sehenswert ist, sollte man in den ehemaligen Wohnbereichen der Nonnen den Blick in Richtung der Decke wenden, wo sich die barocke Deckenmalereien an den hölzernen Balken erhalten haben. Holz war auch der wichtigste Werkstoff für die Fischer von Warnemünde, die daraus ihre Boote fertigten, mit denen sie auf die Ostsee hinaus fuhren. Das in Warnemünde beheimatete Heimatmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung zahlreiche Exponate aus Holz und ist als typisches Fachwerkhaus der einheimischen Fischer selbst ein Anschauungsobjekt, was zum diesjährigen Motto passt.

Heutzutage kann fast keiner mit der Bezeichnung Ausspanne etwas anfangen. Wenn man heutzutage an der Pension Castia Maria am Beginenberg entlangkommt, erinnert nichts mehr an die Zeit, als hier ein Gasthaus stand, in der die Reisenden ihre Pferde vom Fuhrweg ausspannen konnten. Einzig die kunstvoll gestaltete historische Tür erinnert äußerlich an frühere Zeiten. Im Inneren des Hauses konnte ein historisches Gewölbe erhalten werden, welches man zu dieser Gelegenheit besichtigen kann. Deutlich jünger als dieses Haus ist das Hauptgebäude der Universität Rostock aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, durch dessen Räumlichkeiten in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr Führungen angeboten werden, welche sich nach der Nachfrage richten werden. Zur Universität gehört auch das Botanisches Institut in der Doberaner Straße 143, das zu den wenigen noch erhalten gebliebenen Exemplaren der einstigen Villen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt zählt.

In der Stadt selbst sind am Tag der offenen Tür das Haus der Musik in der Wallstraße 1, eine Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil der florentinischen Renaissance errichtete Schule, und das Peter-Weiss-Haus in der Doberaner Straße 21 zu besichtigen, welche etwa zur selben Zeit als eine für diese Zeit typische Ausflugsgaststätte errichtet wurde. Wer an diesem Tag auch etwas in die Natur möchte kann bei einem Ausflug in die Rostocker Heide auch mehrere Gebäude besichtigen. So kann man in Wiethagen den Forst- und Köhlerhof besichtigen. Hier findet man unter anderem einen noch funktionstüchtigen Teerschwelofen vor, der aufgrund seines Alters ein technisches Denkmal darstellt. In Hinrichshagen kann man mit der Heideförsterei einen erhalten gebliebenen typischen Dreiseitenhof besichtigen, der neben Wohnhaus einen Stall und eine Scheune besitzt, sowie das ehemalige Grenzhaus Meyers Hausstelle, das sich in der Nähe von Gelbensande befindet.